1. Was sind Kreidezähne (MIH)?
Kreidezähne bezeichnen eine Störung der Zahnschmelzbildung, die vor allem die ersten bleibenden Backenzähne (Sechsjahrmolaren) und die vorderen Schneidezähne betrifft. Der medizinische Fachbegriff lautet Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH). Bei dieser Erkrankung lagert der Körper während der Zahnentwicklung zu wenige Mineralien in den Zahnschmelz ein. Dadurch bleibt der Schmelz weich und porös, anstatt hart und widerstandsfähig zu werden.
Der Name Kreidezähne kommt daher, dass die betroffenen Zahnoberflächen so weich und bröckelig sind, dass sie an Kreide erinnern. Während gesunder Zahnschmelz die härteste Substanz des menschlichen Körpers ist, kann MIH-Zahnschmelz bereits unter normaler Kaubelastung absplittern oder brechen.
Welche Zähne sind betroffen?
MIH betrifft in der Regel die vier Sechsjahrmolaren und die bleibenden Schneidezähne. Dabei müssen nicht immer alle Zähne gleichzeitig betroffen sein. Die Ausprägung kann von Zahn zu Zahn unterschiedlich stark ausfallen. In manchen Fällen zeigt nur ein einzelner Backenzahn Veränderungen, während in schweren Fällen alle acht Zähne betroffen sein können.
Die Schmelzbildung dieser Zähne findet zwischen dem achten Schwangerschaftsmonat und dem vierten Lebensjahr statt. Die Störung muss also in diesem Zeitraum aufgetreten sein. Sobald der Zahnschmelz fertig mineralisiert ist, kann MIH nicht mehr neu entstehen.