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Bruxismus (Zähneknirschen): Ursachen, Schiene, Kosten Wenn Zähne leiden

Bis zu 480 kg Druck beim Knirschen: Aufbissschienen schützen die Zähne, Stressabbau behandelt die häufigste Ursache

Das Wichtigste in Kürze

  • check Bruxismus ist unbewusstes Zähneknirschen oder -pressen, das nachts (8% der Erwachsenen) oder tagsüber (20%) auftreten kann.
  • check Stress und emotionale Belastungen sind die Hauptauslöser, gefolgt von Zahnfehlstellungen und Schlafstörungen.
  • check Unbehandelt drohen Zahnschmelzverlust, Zahnfrakturen und CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) mit chronischen Schmerzen.
  • check Die GKV übernimmt die Kosten für medizinisch notwendige Aufbissschienen zum Schutz der Zähne.
  • check Entspannungstechniken und Stressbewältigung können das Knirschen langfristig reduzieren, auch wenn keine vollständige Heilung möglich ist.
Bruxismus (Zähneknirschen): Ursachen, Schiene, Kosten
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Inhaltsverzeichnis

1. Warum Zähneknirschen mehr als eine schlechte Angewohnheit ist

Bruxismus, auch bekannt als Zähneknirschen, betrifft viele Menschen und kann erhebliche Schäden an Zähnen und Kiefer verursachen. Häufige Ursachen sind Stress, Schlafstörungen oder Zahnfehlstellungen. Zu den Symptomen zählen Kieferschmerzen, Zahnschäden und Verspannungen.

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Aufbissschienen: Schützen die Zähne, Kosten ca. 150–1.500 €, oft von der Krankenkasse übernommen.
  • Physiotherapie: Lindert Verspannungen, Kostenübernahme bei ärztlicher Verordnung.
  • Stressbewältigung: Entspannungstechniken und Verhaltenstherapie.
  • Botox: Reduziert Muskelaktivität, Kosten ca. 250–600 € pro Sitzung, meist privat zu zahlen.
  • Kieferorthopädie: Behebt Fehlstellungen, Kosten 2.000–7.000 €, selten von der GKV abgedeckt.

Regelmäßige Zahnarztbesuche und frühzeitige Behandlung sind entscheidend, um Langzeitschäden wie Zahnschmelzverlust oder CMD zu vermeiden. Eine Zahnzusatzversicherung kann finanzielle Entlastung bieten.

2. Was ist Bruxismus?

Bruxismus bezeichnet die unbewusste Muskelaktivität im Kieferbereich, die weder mit Kauen noch mit Sprechen zusammenhängt. Oft bleibt diese Aktivität unbemerkt, bis ein Zahnarzt Abnutzungsspuren erkennt oder ein Partner durch nächtliche Geräusche darauf aufmerksam wird.

„Bruxism can be considered a risk factor for negative oral health consequences, rather than a disorder per se." – BMJ Best Practice

Dieser Kommentar macht klar, dass Bruxismus eher als Risikofaktor denn als eigenständige Erkrankung zu sehen ist. Während er bei gesunden Menschen nicht als Bewegungs- oder Schlafstörung gilt, kann er dennoch erhebliche Probleme im Mund- und Kieferbereich verursachen.

Schlafbruxismus vs. Wachbruxismus

Bruxismus lässt sich in zwei Hauptformen unterteilen:

Schlafbruxismus (Sleep Bruxism) zeigt sich durch rhythmische oder anhaltende Muskelaktivität während des Schlafs. Etwa 8 % der Erwachsenen sind betroffen. Häufig bemerken Betroffene selbst nichts davon – stattdessen machen Partner sie auf Knirschgeräusche aufmerksam.

Wachbruxismus (Awake Bruxism) tritt tagsüber auf und äußert sich vor allem durch das Pressen oder Zusammenbeißen der Zähne, oft ohne hörbares Knirschen. Diese Form betrifft rund 20 % der Bevölkerung, wobei Frauen häufiger betroffen sind.

Merkmal Schlafbruxismus Wachbruxismus
Zeitpunkt Während des Schlafs Während des Wachseins
Muskelaktivität Rhythmisch oder anhaltend Anhaltendes Pressen
Hauptauslöser Schlafregulation, Stress Stress, Angst, Fokus
Bewusstsein Meist unbewusst Häufig bewusst erkannt
Häufigkeit ~8 % der Erwachsenen ~20 % der Erwachsenen

Wie Zähneknirschen Ihren Mund schädigt

Beim Zähneknirschen wirken Kräfte von bis zu 480 kg/cm² auf die Zähne – eine Belastung, die täglich bis zu 45 Minuten andauern kann. Zahnschmelz wird abgetragen, das empfindlichere Dentin freigelegt, und Risse oder Absplitterungen an den Zähnen entstehen. Füllungen, Kronen oder Veneers können brechen.

Doch nicht nur die Zähne leiden. 20 % bis 30 % der Schlafbruxismus-Patienten entwickeln eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), die chronische Schmerzen im Kiefer- und Gesichtsbereich verursacht.

3. Was verursacht Bruxismus?

Bruxismus kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden. Psychische, körperliche und Lebensstilfaktoren spielen dabei oft zusammen.

🔍

Die drei Hauptursachen von Bruxismus

Stress & Emotionen

Psychische Belastungen wie Stress, Angst oder emotionale Anspannung sind die häufigste Ursache – das Knirschen dient als unbewusstes Ventil.

Körperliche Faktoren

Neurologische Erkrankungen, Zahnfehlstellungen, unpassende Füllungen oder Schlafapnoe können das Kausystem aus dem Gleichgewicht bringen.

Lebensstil

Alkohol, Koffein und Nikotin erhöhen das Risiko durch sogenannte Mikroarousals – kurze Wachphasen, die Knirschen auslösen.

Stress und emotionale Faktoren

Stress, Angst und emotionale Belastungen gelten als zentrale Auslöser für Bruxismus. Das unbewusste Zähneknirschen dient dem Gehirn als Ventil, um psychische Spannungen abzubauen. Besonders in den REM-Phasen des Schlafs verarbeitet das Unterbewusstsein die Eindrücke des Tages.

„Awake bruxism is usually seen as a jaw clenching habit that appears in response to stress and anxiety states." – Marc Guaita, DMD, PhD

Praktische Hilfe: Erinnerungen wie Sticker oder Handy-Alarme können helfen, tagsüber die Kieferhaltung zu überprüfen. Entspannungstechniken wie Yoga, progressive Muskelentspannung oder Ausdauersportarten können helfen, Stress abzubauen.

Körperliche und medizinische Ursachen

Neben psychischen Auslösern gibt es auch körperliche Gründe für Bruxismus. Dazu zählen neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Epilepsie, Alzheimer oder Multiple Systematrophie. Auch zahnmedizinische Probleme wie Zahnfehlstellungen, unpassende Füllungen oder fehlende Zähne können das Kausystem stören.

Eine häufige Verbindung besteht zur Obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Bestimmte Medikamente, insbesondere Antidepressiva wie Fluoxetin oder Paroxetin (SSRI), haben Bruxismus als mögliche Nebenwirkung.

Lebensstilfaktoren

Auch der Lebensstil spielt eine Rolle. Alkohol, Koffein und Nikotin erhöhen das Risiko, da sie sogenannte „Mikroarousals" – kurze Wachphasen während des Schlafs – begünstigen, die rhythmische Kaubewegungen auslösen.

Praktische Hilfe: Vermeiden Sie Alkohol, Koffein und Nikotin mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen.

4. Symptome und Langzeitfolgen

Warnsignale des Zähneknirschens

Viele Menschen bemerken ihr Zähneknirschen zunächst gar nicht – rund 80 % der Episoden bleiben unentdeckt. Die ersten Anzeichen treten häufig morgens auf: ein Gefühl von Spannung oder Steifheit in den Wangen, müde Kiefermuskeln oder Kopfschmerzen in den Schläfen.

Die Zähne selbst geben deutliche Hinweise: erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Kälte oder Hitze, kleine Risse im Zahnschmelz oder ungewöhnlich glatt polierte Kauflächen. Auch Ohrenschmerzen, ein Druckgefühl im Ohr oder Tinnitus können auftreten.

Selbstbeobachtung kann helfen: Prüfen Sie, ob Ihre Zähne tagsüber aufeinanderliegen – das sollte nur beim Kauen oder Schlucken der Fall sein. Fragen Sie Ihren Partner nach nächtlichen Geräuschen und gehen Sie alle sechs Monate zur zahnärztlichen Kontrolle.

Langzeitschäden an Zähnen und Kiefer

Wer frühe Symptome ignoriert, riskiert ernsthafte Langzeitschäden. Durch die dauerhafte Belastung wird der Zahnschmelz abgetragen, Füllungen werden beschädigt, und Zahnkanten brechen ab. Liegt das empfindliche Dentin frei, können Nervenbahnen freigelegt werden – die Folge sind starke Schmerzempfindlichkeit und im schlimmsten Fall Zahnverlust.

Auch das Kiefergelenk bleibt nicht verschont. Es kann zu Craniomandibulären Dysfunktionen (CMD) kommen, die sich durch Knackgeräusche oder eingeschränkte Mundöffnung äußern. Die hohe Belastung beeinträchtigt zudem die Durchblutung des Zahnfleischs, was Zahnfleischrückgang und Entzündungen begünstigt.

Die Auswirkungen gehen oft über den Mundraum hinaus: chronische Migräne, anhaltende Nacken- und Schulterschmerzen sowie dauerhafte Erschöpfung trotz ausreichendem Schlaf können die Lebensqualität massiv beeinträchtigen.

⚠️

Unbehandelter Bruxismus: Folgen ernst nehmen

Ohne Behandlung können sich Schäden irreversibel entwickeln:

  • Zahnschmelz wächst nicht nach – einmal abgetragen, ist er verloren
  • CMD kann chronisch werden und dauerhafte Schmerzen verursachen
  • Zahnersatz (Kronen, Implantate) wird langfristig wahrscheinlicher
  • Frühzeitige Diagnose beim Zahnarzt verhindert kostspielige Folgeschäden

5. Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Bruxismus kombiniert verschiedene Ansätze, je nach Ursache und Schweregrad. Ziel ist es, Zähne vor Schäden zu schützen und die Muskelspannung zu reduzieren.

🩺

Fünf Behandlungsoptionen im Überblick

Aufbissschiene

Schützt den Zahnschmelz vor Abrieb. Standard bei Bruxismus, meist von der GKV übernommen.

Physiotherapie

Löst Verspannungen im Kieferbereich und verbessert die Muskelkoordination. Kosten bei ärztlicher Verordnung übernommen.

Stressbewältigung

Entspannungstechniken und Verhaltenstherapie behandeln die häufigste Ursache: psychische Belastung.

Botox-Behandlung

Reduziert die Muskelaktivität im Kaumuskel für 3–6 Monate. Privatleistung: 250–600 € pro Sitzung.

Kieferorthopädie

Korrigiert Zahnfehlstellungen, die das Knirschen begünstigen. Kosten: 2.000–7.000 €.

Aufbissschienen und Zahnschutz

Eine Aufbissschiene (oft als Knirschschiene bezeichnet) ist die Standardlösung bei Bruxismus. Sie dient als Barriere zwischen Ober- und Unterkiefer und schützt den Zahnschmelz vor weiterem Abrieb. Die Kosten für eine medizinisch notwendige Schiene werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Die Michigan-Schiene, eine individuell angepasste Kunststoffschiene, gilt als besonders wirksam. Eine moderne Alternative sind aktive Schienen mit Biofeedback, wie etwa „Bruxane", die Muskelaktivität erkennen und leichte Impulse senden.

Physiotherapie und Entspannungsmethoden

Physiotherapie kann helfen, die Folgen des Knirschens wie Muskelverspannungen oder Kiefergelenksbeschwerden zu lindern. Manuelle Therapie lockert verspannte Muskeln, während spezielle Übungen die Koordination von Kiefer- und Gesichtsmuskeln verbessern.

Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können Stress abbauen, einen wichtigen Auslöser für Bruxismus.

Stressbewältigung und Verhaltenstherapie

Da Stress oft eine zentrale Rolle bei Bruxismus spielt, ist es wichtig, psychische Auslöser gezielt anzugehen. Eine kognitive Verhaltenstherapie hilft, Stressfaktoren zu erkennen und gesündere Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Botox-Behandlung

Botulinumtoxin (Botox) wird in den Kaumuskel (Masseter) injiziert, um die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln zu blockieren. Die Wirkung hält etwa 3 bis 6 Monate an. Kosten: 250–600 € pro Sitzung, meist privat zu zahlen.

Kieferorthopädische Behandlung

Wenn Zahn- oder Kieferfehlstellungen das Knirschen begünstigen, kann eine kieferorthopädische Behandlung helfen. Die Kosten liegen zwischen 2.000 € und 7.000 €.

6. Kosten und Kostenübernahme

Behandlungskosten in Deutschland

Die Kosten für Behandlungen können je nach Therapieform stark schwanken. Eine einfache Aufbissschiene liegt preislich zwischen 150 € und 500 €, während speziell angefertigte Schienen bis zu 1.500 € kosten können.

Behandlung Kosten Kassenleistung
Standard-Aufbissschiene 150–500 € Ja (bei med. Notwendigkeit)
Spezialschiene (Michigan) 400–1.500 € Teilweise
Physiotherapie Nach Verordnung Ja (bei ärztl. Verordnung)
Funktionsanalyse (FAL) 150–300 € Nein (Privatleistung)
Botox-Behandlung 250–600 € pro Sitzung Nein
Kieferorthopädie (Aligner) 2.000–7.000 € Selten

Was die Versicherung übernimmt

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) deckt die Kosten für eine medizinisch notwendige Standard-Aufbissschiene vollständig ab. Üblicherweise wird eine Schiene pro Jahr bewilligt.

Eine Zahnzusatzversicherung kann hier Abhilfe schaffen. Je nach Tarif werden 70 % bis 100 % der Kosten für Funktionsanalysen, hochwertige Schienen und kieferorthopädische Behandlungen übernommen. Tipp: Schließen Sie eine Zahnzusatzversicherung ab, bevor eine CMD-Diagnose gestellt wird.

🛡️

Bruxismus-Behandlung absichern

Spezialschienen, Funktionsanalysen und kieferorthopädische Behandlungen werden oft nicht von der GKV übernommen. Eine Zahnzusatzversicherung schließt diese Lücke – am besten vor einer CMD-Diagnose abschließen.

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7. Kann Bruxismus geheilt werden?

Eine vollständige Heilung von Bruxismus ist in den meisten Fällen nicht möglich. Die Behandlung konzentriert sich darauf, Zahnschäden zu vermeiden, Schmerzen zu lindern und die Symptome zu kontrollieren.

„In the absence of a causal treatment, the management of bruxism focuses to prevent progression of dental wear, reduce teeth grinding sounds, and improve muscle discomfort and mandibular dysfunction in the most severe cases." – Marc Guaita, DMD, PhD

Besonders bei sekundärem Bruxismus gibt es jedoch Chancen auf eine Besserung. Wird der Auslöser behoben – sei es durch die Anpassung einer zu hohen Zahnkrone, das Absetzen eines auslösenden Medikaments oder die Bewältigung einer stressigen Lebensphase – kann das Zähneknirschen oft von allein nachlassen.

Tatsächlich erleben etwa 20 % bis 30 % der Betroffenen eine spontane Verbesserung, wenn der Stresspegel sinkt. Bei Kindern mit Milchzähnen wird Bruxismus sogar als Teil eines natürlichen Entwicklungsprozesses angesehen.

8. Fazit

Bruxismus betrifft viele Menschen und entsteht durch eine Kombination aus verschiedenen Einflüssen – von Stress über Zahnfehlstellungen bis hin zu neurologischen Ursachen. Wichtig ist, frühzeitig einzugreifen, um Schäden an den Zähnen und eine Verschlimmerung des Knirschens zu verhindern.

Ohne Behandlung drohen ernsthafte Folgen wie irreversible Zahnschmelzverluste, Zahnfrakturen oder sogar die Entwicklung einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD), die mit chronischen Schmerzen einhergehen kann.

Eine wirksame Therapie setzt auf mehrere Ansätze gleichzeitig: Aufbissschienen schützen die Zähne vor der enormen Belastung. Physiotherapie und Maßnahmen zum Stressabbau helfen, die Ursachen anzugehen. In schweren Fällen können auch Botox-Injektionen oder kieferorthopädische Behandlungen notwendig sein.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) deckt einfache Knirscherschienen vollständig ab. Spezialisierte Behandlungen wie Funktionsdiagnostik oder Botox werden jedoch häufig als Privatleistung abgerechnet. Eine Zahnzusatzversicherung kann hier eine große finanzielle Entlastung bieten.

Regelmäßige Zahnarztbesuche im Abstand von sechs Monaten sind entscheidend, um Schleifspuren frühzeitig zu erkennen – bevor Schmerzen auftreten.

" Bruxismus ist häufiger als viele denken – und die Folgen für Zähne und Kiefer werden oft unterschätzt. Eine frühzeitig angepasste Aufbissschiene kann jahrelange Schäden verhindern. Wenn Sie morgens mit verspanntem Kiefer aufwachen oder Ihr Partner nächtliches Knirschen bemerkt, lassen Sie das zeitnah abklären. "
LW
Dr. med. dent. Laura Weber

Fachzahnärztin für Ästhetische Zahnmedizin

9. Häufig gestellte Fragen

Die wirksamste Behandlung von Zähneknirschen (Bruxismus) richtet sich nach den individuellen Auslösern und Symptomen. Oft wird eine Aufbiss-Schiene eingesetzt, die verhindert, dass die Zähne direkt aufeinander reiben. Dadurch werden sowohl der Zahnschmelz geschützt als auch die Kiefermuskeln entlastet.

Ergänzend dazu können Stressmanagement, Physiotherapie und verhaltenstherapeutische Maßnahmen hilfreich sein, insbesondere wenn Stress oder emotionale Belastungen eine Rolle spielen. In einigen Fällen werden auch Medikamente wie Muskelentspanner verschrieben. Eine Kombination aus diesen Ansätzen führt häufig zu den besten Ergebnissen.

Die gesetzliche Krankenversicherung deckt die Kosten für Bruxismus-Behandlungen nur teilweise ab. Üblicherweise werden notwendige Maßnahmen wie eine Aufbissschiene oder Physiotherapie übernommen. Andere Ansätze, wie beispielsweise die Behandlung mit Botox, gelten hingegen oft als privat zu finanzierende Leistungen.

Bruxismus, das unbewusste Zähneknirschen oder das feste Zusammenpressen der Kiefer, bleibt häufig unbemerkt. Typische Symptome sind morgendliche Kieferschmerzen, verspannte Gesichtsmuskeln oder ein Gefühl von Müdigkeit in den Wangen.

Weitere Warnsignale können abgenutzte oder beschädigte Zähne, Risse im Zahnschmelz oder sogar das Zerbrechen von Zahnfüllungen oder Kronen sein.

Da viele Betroffene die Anzeichen nicht selbst bemerken, ist es sinnvoll, regelmäßig einen Zahnarzt aufzusuchen. Ein Zahnarzt kann typische Abnutzungsspuren erkennen und bei Bedarf eine geeignete Behandlung vorschlagen.

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