5. Behandlung der Parodontitis
Die Parodontitis-Behandlung folgt einem strukturierten Ablauf, der von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) festgelegt ist. Das Ziel: Die Entzündung stoppen und weiteren Knochenabbau verhindern.
Phase 1: Vorbehandlung (AIT)
Die antiinfektiöse Vorbehandlung (AIT) bereitet die eigentliche Therapie vor. Sie umfasst mindestens zwei Sitzungen mit Mundhygieneinstruktion, Motivation und Entfernung von supragingivaler Plaque und Zahnstein.
Wichtig: Nur wer aktiv an seiner Mundhygiene arbeitet, kann langfristig von der Therapie profitieren.
Phase 2: Subgingivale Instrumentierung
Der Kern der Behandlung ist die subgingivale Instrumentierung – früher auch als „geschlossene Kürettage" bekannt. Dabei werden mit speziellen Handinstrumenten oder Ultraschallgeräten bakterielle Beläge und Konkremente (verhärtete Ablagerungen) unterhalb des Zahnfleischrands entfernt.
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und dauert je nach Umfang 45–90 Minuten pro Sitzung. In der Regel sind zwei Sitzungen erforderlich, um alle Quadranten zu behandeln.
Phase 3: Chirurgische Therapie (falls erforderlich)
Bei tiefen Taschen (> 6 mm) oder wenn die subgingivale Instrumentierung nicht ausreicht, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Bei der sogenannten „Lappenoperation" wird das Zahnfleisch aufgeklappt, um die Wurzeloberflächen unter direkter Sicht zu reinigen.
In bestimmten Fällen können regenerative Verfahren wie Knochenaufbau oder Schmelzmatrixproteine eingesetzt werden, um verlorenen Knochen teilweise wiederherzustellen.
Adjuvante Therapien
Ergänzend zur mechanischen Reinigung können weitere Maßnahmen sinnvoll sein:
- Antibiotika: Systemisch oder lokal, bei aggressiven Formen oder Resttaschen.
- Photodynamische Therapie (PDT): Lichtaktivierte Desinfektion der Taschen.
- Laser-Therapie: Zur Keimreduktion in tiefen Taschen.
Diese adjuvanten Verfahren sind meist keine Kassenleistung und müssen privat bezahlt werden.