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Zahnzusatzversicherung bei Parodontitis: Geht das? Schutz trotz Zahnfleischproblemen

Bei Parodontitis steigt das Risiko für Zahnverlust. Die GKV übernimmt nur die Basisbehandlung.

Das Wichtigste in Kürze

  • check Zahnzusatzversicherung trotz Parodontitis ist möglich, wenn die Erkrankung stabil oder erfolgreich behandelt wurde.
  • check Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt nur die Basisbehandlung. Moderne Verfahren wie Laser sind Privatleistungen.
  • check Versicherer fragen im Antrag nach Zahnfleischbehandlungen der letzten drei Jahre. Falsche Angaben gefährden den Schutz.
  • check Eigenanteil für private Zusatzleistungen bei Parodontitis-Behandlung liegt zwischen 500 und 1.500 Euro.
  • check Schließen Sie die Versicherung ab, bevor eine Behandlung angeraten wird – dann gilt voller Schutz.
Zahnzusatzversicherung bei Parodontitis: Geht das?
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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Parodontitis und wie entsteht sie?

Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats. Sie beginnt meist als Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und kann unbehandelt zum Rückgang des Zahnfleischs und Kieferknochens führen. Im fortgeschrittenen Stadium lockern sich die Zähne und können ausfallen.

Die Begriffe Parodontitis und Parodontose werden oft synonym verwendet. Medizinisch korrekt bezeichnet Parodontitis die entzündliche Form, Parodontose den nichtentzündlichen Gewebeabbau. In der Praxis ist fast immer eine Entzündung beteiligt, weshalb Parodontitis der gängige Fachbegriff ist.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Bakterielle Beläge: Zahnbelag (Plaque) bildet sich täglich neu. Wird er nicht entfernt, entsteht Zahnstein, der das Zahnfleisch reizt.
  • Rauchen: Raucher haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Parodontitis und sprechen schlechter auf Behandlungen an.
  • Diabetes: Schlecht eingestellter Blutzucker begünstigt Entzündungen im Mundraum.
  • Genetische Veranlagung: Manche Menschen neigen erblich bedingt stärker zu Zahnfleischproblemen.
  • Stress und Immunschwächung: Ein geschwächtes Immunsystem kann Entzündungen schlechter bekämpfen.

Parodontitis gilt als Volkskrankheit. Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehrere Millionen Menschen betroffen, oft ohne es zu wissen. Frühe Anzeichen wie Zahnfleischbluten oder Mundgeruch werden häufig übersehen.

2. Ist eine Zahnzusatzversicherung trotz Parodontitis möglich?

Ja, der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung trotz Parodontitis ist grundsätzlich möglich. Allerdings prüfen Versicherer die Anträge genau und stellen Gesundheitsfragen. Je nach Schwere und Behandlungsstatus der Erkrankung kann es zu Einschränkungen kommen.

Wann eine Versicherung möglich ist

  • Leichte Parodontitis: Bei beginnender oder leichter Erkrankung nehmen viele Versicherer den Antrag ohne Zuschlag an.
  • Erfolgreich behandelt: Liegt die letzte Behandlung mehr als drei Jahre zurück und ist das Zahnfleisch stabil, stehen die Chancen gut.
  • Stabile Situation: Regelmäßige Prophylaxe und gute Mundhygiene sprechen für einen stabilen Zustand.

Wann es schwierig wird

  • Akute Behandlung läuft: Während einer laufenden Parodontitisbehandlung ist ein Abschluss in der Regel nicht möglich.
  • Behandlung kürzlich abgeschlossen: Viele Versicherer fragen nach Behandlungen in den letzten drei Jahren. Liegt eine vor, kann der Antrag abgelehnt werden.
  • Schwere Parodontitis: Bei fortgeschrittener Erkrankung mit Zahnlockerung oder Knochenschwund lehnen die meisten Versicherer ab.

Die Gesundheitsfragen zur Parodontitis variieren je nach Versicherer. Typische Fragen beziehen sich auf Zahnfleischbehandlungen der letzten drei Jahre und den aktuellen Behandlungsbedarf. Beantworten Sie diese Fragen wahrheitsgemäß, denn falsche Angaben können später zum Verlust des gesamten Versicherungsschutzes führen.

3. Welche Kosten entstehen bei einer Parodontitisbehandlung?

Die Kosten einer Parodontitisbehandlung hängen vom Schweregrad und den gewählten Methoden ab. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die systematische Parodontitisbehandlung als Regelleistung. Moderne Zusatzverfahren und besondere Techniken müssen Sie jedoch privat zahlen.

Was die GKV übernimmt

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt die systematische Parodontitisbehandlung, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören eine Diagnose mit Messung der Zahnfleischtaschen und das Ausfüllen eines Antragsformulars. Die Behandlung umfasst die Reinigung der Zahnfleischtaschen und die Entfernung von Belägen unter dem Zahnfleischrand.

Private Zusatzkosten

  • Keimtest: Ein mikrobiologischer Test zur Bestimmung der Bakterienarten kostet etwa 50 bis 150 Euro.
  • Laserbehandlung: Die unterstützende Behandlung mit Laser liegt bei 200 bis 800 Euro.
  • Regenerative Verfahren: Knochenaufbau oder spezielle Membranen kosten 300 bis 1.000 Euro pro Zahn.
  • Photodynamische Therapie: Diese Methode zur Keimreduktion schlägt mit 100 bis 300 Euro zu Buche.

Insgesamt können bei einer umfassenden Parodontitisbehandlung mit modernen Zusatzverfahren private Kosten von 500 bis 1.500 Euro entstehen. Bei schweren Fällen mit mehreren betroffenen Zähnen und notwendigem Knochenaufbau kann der Eigenanteil auch darüber liegen.

Nachsorge und Erhaltungstherapie

Nach der eigentlichen Behandlung ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig. Die unterstützende Parodontitistherapie (UPT) wird in den ersten zwei Jahren teilweise von der GKV übernommen. Danach fallen die Kosten für die professionelle Zahnreinigung, die bei Parodontitis-Patienten besonders wichtig ist, in der Regel privat an. Diese liegt bei 80 bis 150 Euro pro Sitzung.

4. Was übernimmt die Zahnzusatzversicherung bei Parodontose?

Die Leistungen für Parodontitisbehandlungen unterscheiden sich je nach Tarif deutlich. Viele Zahnzusatzversicherungen ordnen Parodontosebehandlungen dem Bereich Zahnbehandlung zu und erstatten zwischen 70 und 100 Prozent der Kosten, die über die GKV-Leistung hinausgehen.

Typische Erstattungssätze

Leistungsbereich Günstiger Tarif Mittlerer Tarif Premium-Tarif
Zahnbehandlung allgemein 70% 80-90% 100%
Parodontosebehandlung 70% 80-90% 100%
Prophylaxe/PZR 100 Euro/Jahr 150 Euro/Jahr 200 Euro/Jahr
Monatsbeitrag (35 Jahre) ca. 13-18 Euro ca. 20-30 Euro ca. 30-45 Euro

Worauf Sie bei den Tarifbedingungen achten sollten

  • Zahnbehandlung inklusive: Nicht alle Tarife erstatten Zahnbehandlungen. Manche konzentrieren sich nur auf Zahnersatz.
  • Parodontose explizit genannt: Prüfen Sie, ob Parodontosebehandlungen in den Bedingungen ausdrücklich erwähnt werden.
  • Prophylaxe-Leistung: Für die wichtige Nachsorge ist eine gute PZR-Erstattung von Vorteil.
  • Wartezeit beachten: Die übliche Wartezeit für Zahnbehandlungen beträgt 8 Monate. Einige Tarife bieten Sofortschutz.

Bei den meisten Tarifen fallen Parodontosebehandlungen unter die Zahnstaffel. Das bedeutet, dass in den ersten Jahren Höchstgrenzen gelten. Im ersten Jahr liegt die maximale Erstattung oft bei 1.000 Euro, ab dem dritten oder vierten Jahr entfällt die Begrenzung meist vollständig.

5. Worauf müssen Sie beim Abschluss achten?

Der richtige Zeitpunkt und ehrliche Angaben sind entscheidend, wenn Sie eine Zahnzusatzversicherung mit Parodontitis-Vorgeschichte abschließen möchten. Die folgenden Punkte helfen Ihnen, typische Fehler zu vermeiden.

Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten

Die meisten Versicherer fragen nach Zahnfleischbehandlungen der letzten drei Jahre. Geben Sie auch zurückliegende Behandlungen an, selbst wenn das Zahnfleisch inzwischen stabil ist. Verschweigen Sie Vorerkrankungen, riskieren Sie, dass der Versicherer im Leistungsfall nicht zahlt oder den Vertrag kündigt.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

  • Vor der Diagnose: Ideal ist der Abschluss, bevor eine Parodontitis festgestellt wird. Dann gibt es keine Einschränkungen.
  • Nach erfolgreicher Behandlung: Warten Sie mindestens drei Jahre nach der letzten Behandlung. Dann fallen viele Gesundheitsfragen weg.
  • Bei stabiler Situation: Regelmäßige Prophylaxe und gesundes Zahnfleisch verbessern die Chancen auf Annahme.

Wartezeiten und Zahnstaffel berücksichtigen

Nach Vertragsabschluss müssen Sie die Wartezeit von in der Regel 8 Monaten abwarten, bevor Leistungen erstattet werden. Für Prophylaxe gilt bei vielen Tarifen keine Wartezeit. Die Zahnstaffel begrenzt zudem die Erstattung in den ersten Jahren: Typisch sind 1.000 Euro im ersten Jahr, die sich jährlich erhöhen.

Alternative: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Einige Versicherer bieten Tarife ohne Gesundheitsfragen an. Diese sind in der Regel teurer und haben oft niedrigere Erstattungssätze oder längere Wartezeiten. Sie können jedoch eine Lösung sein, wenn herkömmliche Tarife wegen der Parodontitis ablehnen.

6. Fazit: Zahnzusatzversicherung trotz Parodontitis sinnvoll?

Eine Zahnzusatzversicherung ist für Menschen mit Parodontitis besonders sinnvoll, denn das Risiko für Zahnverlust und teuren Zahnersatz ist erhöht. Die modernen Behandlungsmethoden, die über die GKV-Leistung hinausgehen, verursachen schnell Kosten von mehreren hundert Euro.

Der beste Zeitpunkt für den Abschluss ist, bevor eine Parodontitis diagnostiziert wird. Ist die Erkrankung bereits bekannt, warten Sie idealerweise drei Jahre nach der letzten Behandlung. Bei akuter oder kürzlich behandelter Parodontitis ist ein Abschluss schwierig, aber nicht unmöglich. Vergleichen Sie verschiedene Anbieter und deren Gesundheitsfragen.

Achten Sie bei der Tarifwahl auf eine gute Erstattung für Zahnbehandlungen und Prophylaxe. Die regelmäßige professionelle Zahnreinigung ist für Parodontitis-Patienten besonders wichtig und wird von vielen Tarifen mit 100 bis 200 Euro pro Jahr erstattet.

7. Häufige Fragen zu Parodontitis und Zahnzusatzversicherung

Ja, der Abschluss ist grundsätzlich möglich. Die Chancen stehen am besten, wenn die Erkrankung leicht ist, erfolgreich behandelt wurde oder stabil ist. Bei akuter oder kürzlich behandelter Parodontitis lehnen viele Versicherer ab. Einige Tarife verzichten auf Gesundheitsfragen, sind dann aber teurer oder bieten weniger Leistungen.
Die Basisbehandlung übernimmt die GKV. Für moderne Zusatzverfahren wie Laserbehandlung, Keimtest oder regenerative Maßnahmen fallen private Kosten von 500 bis 1.500 Euro an. Bei schweren Fällen mit Knochenaufbau kann der Eigenanteil höher liegen.
Ja, die GKV übernimmt die systematische Parodontitisbehandlung als Regelleistung. Dazu gehören die Reinigung der Zahnfleischtaschen und die Entfernung von Belägen. Moderne Verfahren wie Laser, Keimtests oder Knochenaufbau müssen Sie privat zahlen. Auch die langfristige Prophylaxe nach Ablauf der unterstützenden Parodontitistherapie trägt die Kasse nicht.
Beantworten Sie die Gesundheitsfragen im Antrag wahrheitsgemäß. Falsche Angaben führen zum Verlust des Versicherungsschutzes. Achten Sie auf Tarife mit guter Zahnbehandlungs-Erstattung und Prophylaxe-Leistung. Berücksichtigen Sie die Wartezeit von meist 8 Monaten und die Zahnstaffel, die in den ersten Jahren die Erstattung begrenzt.
Tarife mit guter Zahnbehandlungs-Erstattung decken in der Regel auch Parodontosebehandlungen ab. Prüfen Sie, ob Parodontose in den Tarifbedingungen explizit erwähnt wird. Hochwertige Tarife erstatten 100 Prozent der Kosten für Zahnbehandlungen, günstigere Varianten etwa 70 bis 80 Prozent. Eine gute Prophylaxe-Erstattung ist für die wichtige Nachsorge hilfreich.
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