4. Sofortmaßnahmen und langfristige Lösungen
Hausmittel zur vorübergehenden Linderung
Wenn Zahnschmerzen auftreten, können einige einfache Hausmittel helfen, die Beschwerden zu lindern, bevor Sie einen Zahnarzt aufsuchen. Nelkenöl ist ein bewährtes Mittel, da es Eugenol enthält – einen natürlichen Wirkstoff mit schmerzlindernden Eigenschaften. Geben Sie 1–2 Tropfen auf ein Wattestäbchen und tragen Sie es vorsichtig auf die schmerzende Stelle auf.
Eine weitere Möglichkeit ist das Kühlen der betroffenen Stelle. Verwenden Sie dafür einen in ein Tuch gewickelten Kühlakku und legen Sie ihn in 15-minütigen Intervallen auf. Die Kälte hilft, Schwellungen zu reduzieren und wirkt leicht betäubend. Vermeiden Sie jedoch Wärme, da sie Entzündungen verschlimmern kann.
Auch eine Salzwasserspülung kann hilfreich sein. Lösen Sie einen Teelöffel Salz in einem Glas warmem Wasser auf und spülen Sie damit für etwa zwei Minuten. Das wirkt desinfizierend und kann Schwellungen mindern. Bei starken Schmerzen können Sie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol einnehmen. Verzichten Sie jedoch auf Acetylsalicylsäure (Aspirin), da sie die Blutgerinnung hemmt und mögliche Komplikationen bei einer späteren Behandlung verursachen könnte.
„Hausmittel und Schmerztabletten überbrücken die Zeit bis zur Behandlung, ersetzen aber keinesfalls den Gang zum Zahnarzt!" – Dr. Eva-Maria Prey
Halten Sie beim Schlafen den Kopf etwas erhöht, um den Blutdruck im betroffenen Bereich zu senken und die Schmerzen zu lindern. Meiden Sie harte, extrem heiße oder kalte sowie süße Speisen. Trotz der Beschwerden sollten Sie weiterhin Ihre Zähne mit einer weichen Zahnbürste putzen – manchmal reicht es, feststeckende Essensreste zu entfernen, um Linderung zu erreichen.
Professionelle Behandlungen für dauerhafte Linderung
Die endgültige Lösung hängt von der Ursache der Schmerzen ab. Bei einer Entzündung des Zahnnervs (Pulpitis) oder einer Wurzelinfektion ist oft eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich. Dabei wird das infizierte Gewebe entfernt, um den Zahn zu retten. Füllungen, Inlays oder Kronen werden eingesetzt, um Schäden durch Karies oder Risse zu beheben. Hierbei ist eine präzise Anpassung der Bisshöhe entscheidend, da bereits kleine Abweichungen erhebliche Beschwerden verursachen können.
Wenn Bruxismus (Zähneknirschen) oder Kiefergelenkprobleme (CMD) vorliegen, kann der Zahnarzt eine maßgefertigte Aufbissschiene verschreiben. Diese schützt die Zähne, verteilt den Druck gleichmäßig und entspannt die Kiefermuskulatur. Die Kosten dafür werden vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Rund 18,9 Millionen Menschen in Deutschland sind von Bruxismus betroffen, oft ausgelöst durch Stress. Ergänzend zur Schiene können Physiotherapie und Entspannungstechniken hilfreich sein.
Bei Parodontitis sind regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und spezielle Behandlungen des Zahnfleischs notwendig. Zahnfehlstellungen, die zu einer ungleichmäßigen Belastung führen, lassen sich mit Alignern oder Zahnspangen korrigieren. Diese Behandlungen kosten zwischen 2.000 € und 7.000 € und werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt.
Nach einer erfolgreichen Behandlung kann eine Zahnzusatzversicherung helfen, finanzielle Belastungen zu reduzieren.
Wie Zahnzusatzversicherungen helfen
Zahnbehandlungen können teuer werden. Eine Zahnzusatzversicherung kann einen Großteil der Kosten übernehmen oder bezuschussen – von diagnostischen Verfahren wie digitalen Röntgenaufnahmen bis hin zu Bissfunktionsanalysen. Auch professionelle Zahnreinigungen, die Entzündungen vorbeugen, werden häufig durch Gesundheitsbudgets oder spezielle Tarife gefördert.
Bei umfangreichen Eingriffen wie Wurzelbehandlungen, Kronen oder Implantaten reduziert eine Zusatzversicherung die Eigenkosten erheblich. Wer ein Bonusheft führt und regelmäßige Kontrollbesuche nachweist, profitiert von höheren Zuschüssen. Eine Vergleichsplattform kann Ihnen helfen, eine Versicherung zu finden, die bis zu 100 % der Behandlungskosten übernimmt – oft sogar ohne Wartezeiten. Einige Tarife bieten zudem jährliche Gesundheitsbudgets von bis zu 1.300 €, die flexibel für verschiedene zahnmedizinische Leistungen genutzt werden können.