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Geschwollenes Zahnfleisch: Abszess, Entzündung, Weisheitszahn Schnell handeln bei Zahnfleischproblemen

Ein Abszess heilt niemals von allein – bei Fieber über 38 °C oder Atemproblemen sofort zum Notdienst

Das Wichtigste in Kürze

  • check Geschwollenes Zahnfleisch kann auf einen Abszess, eine Zahnfleischentzündung oder Probleme mit Weisheitszähnen hinweisen.
  • check Ein Zahnabszess verursacht pochende Schmerzen und eitrige Schwellungen, die nur ein Zahnarzt behandeln kann.
  • check Hausmittel wie Salzwasserspülungen und Kühlen lindern Symptome vorübergehend, ersetzen aber keinen Arztbesuch.
  • check Bei Fieber, Schluckbeschwerden oder Schwellungen am Hals sollten Sie sofort einen zahnärztlichen Notdienst aufsuchen.
  • check Eine gute Mundhygiene mit zweimal täglichem Zähneputzen und regelmäßigen Zahnarztbesuchen beugt Entzündungen vor.
Geschwollenes Zahnfleisch: Abszess, Entzündung, Weisheitszahn
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Inhaltsverzeichnis

1. Geschwollenes Zahnfleisch: Die drei häufigsten Ursachen

Geschwollenes Zahnfleisch kann auf ernsthafte Probleme hinweisen. Häufige Ursachen sind Zahnabszesse, Entzündungen oder Probleme mit Weisheitszähnen. Hier die wichtigsten Fakten:

  • Zahnabszess: Pochende Schmerzen, Eiterbildung und Fieber sind typische Anzeichen. Ein Abszess heilt nie von allein und erfordert immer eine zahnärztliche Behandlung.
  • Zahnfleischentzündung: Oft durch Plaque verursacht, zeigt sich durch Rötung, Schwellung und Zahnfleischbluten. Unbehandelt kann sie zur Parodontitis führen.
  • Weisheitszähne: Schmerzen und Schwellungen im hinteren Kieferbereich treten häufig bei jungen Erwachsenen (20–29 Jahre) auf, wenn Weisheitszähne nicht richtig durchbrechen.

Warnzeichen wie Fieber, Atemprobleme oder Schluckbeschwerden sind Notfälle. Bis zum Zahnarzttermin können Salzwasserspülungen und Schmerzmittel helfen, die Beschwerden zu lindern. Eine gute Mundhygiene ist entscheidend, um solche Probleme zu vermeiden.

2. Symptome und Warnzeichen bei geschwollenem Zahnfleisch

Häufige Symptome, auf die Sie achten sollten

Geschwollenes Zahnfleisch macht sich durch sichtbare Veränderungen bemerkbar: Es wirkt rötlich-violett, geschwollen und oft glänzend. Bei einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis), der frühesten Form einer Zahnfleischerkrankung, kommt es häufig zu Zahnfleischbluten – etwa beim Zähneputzen oder der Nutzung von Zahnseide. Das Ganze geschieht meist ohne größere Schmerzen.

Ein roter Knoten am Zahnfleisch könnte auf einen Abszess hinweisen. Typische Begleiterscheinungen sind Druckempfindlichkeit, pochende oder stechende Schmerzen, die bis in Ohr, Kiefer oder Nacken ausstrahlen können, sowie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber heißen oder kalten Speisen und Getränken. Wird die Erkrankung nicht behandelt und entwickelt sich zu einer fortgeschrittenen Parodontitis, können zusätzliche Symptome auftreten: Zahnfleischrückgang, Mundgeruch, ein bitterer Geschmack im Mund und lockere Zähne.

Eiter oder offene Wunden im Bereich des Zahnfleischs sind ein eindeutiger Hinweis auf eine bakterielle Infektion. Neben diesen typischen Symptomen gibt es jedoch auch Warnsignale, die auf einen medizinischen Notfall hindeuten.

Notfall-Warnzeichen

Manche Symptome erfordern sofortige medizinische Hilfe. Wenn geschwollenes Zahnfleisch von folgenden Anzeichen begleitet wird, sollten Sie umgehend die Notaufnahme aufsuchen oder den Notruf (112) wählen: Atem- oder Schluckbeschwerden, übermäßiges Sabbern, Veränderungen der Stimme oder ausgedehnte Schwellungen im Mund, Gesicht oder Kiefer, die bis zum Auge reichen.

Ein Fieber ab 38 °C in Kombination mit Zahnfleischschwellung deutet auf eine mögliche systemische Infektion hin. Weitere ernsthafte Symptome sind ein beschleunigter Herzschlag, Verwirrtheit, Schüttelfrost oder plötzliche Sehprobleme. Diese könnten darauf hinweisen, dass sich die Infektion auf den Blutkreislauf (Sepsis) oder andere Organe ausgebreitet hat. Auch eine Kieferklemme (Trismus), also die Unfähigkeit, den Mund vollständig zu öffnen, ist ein deutliches Warnsignal.

Falls ein Abszess vorliegt, gilt: Wenden Sie sich sofort an einen Zahnarzt. Hausärzte sind in diesem Fall nicht die richtige Anlaufstelle, da nur eine zahnärztliche Behandlung die notwendige Versorgung sicherstellen kann. Bis zum Termin können warme Salzwasserspülungen und rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen vorübergehend helfen, die Beschwerden zu lindern.

3. Hauptursachen: Abszess, Entzündung und Weisheitszahn

Vergleich: Zahnabszess vs. Zahnfleischentzündung vs. Weisheitszahn-Probleme

Zahnabszess und bakterielle Infektion

Ein Abszess entsteht durch eine bakterielle Infektion und führt zu einer Ansammlung von Eiter. Je nach Lage kann er gingival, periapikal oder an den parodontalen Strukturen auftreten. Typisch sind intensive, pochende Schmerzen, die in den Kiefer, das Ohr oder den Nacken ausstrahlen können.

Ein sichtbares Zeichen ist oft ein roter, eitriger Knoten auf dem Zahnfleisch. Dazu kommen Beschwerden wie ein bitterer Geschmack im Mund und eine gesteigerte Temperaturempfindlichkeit. Interessant: Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko, einen Zahnabszess zu entwickeln. Aber Vorsicht: Auch wenn die Schmerzen nachlassen, kann die Infektion weiter bestehen.

„Ein Zahnabszess heilt nicht von selbst. Der Schmerz kann aufhören, wenn die Infektion das Zahnmark abtötet... Aber die Bakterien breiten sich weiter aus und zerstören das umliegende Gewebe." – Cleveland Clinic

Während ein Abszess oft plötzlich starke Schmerzen verursacht, entwickelt sich die zugrunde liegende Entzündung meist schleichend.

Zahnfleischentzündung: Von Gingivitis zu Parodontitis

Gingivitis ist eine Zahnfleischentzündung, die durch Plaqueablagerungen bei unzureichender Mundhygiene entsteht. Ohne Behandlung kann sie in eine Parodontitis übergehen – eine Erkrankung, die das Gewebe und den Knochen, der die Zähne stützt, angreift. Typische Symptome sind geschwollenes, blutendes Zahnfleisch und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Risikofaktoren sind neben schlechter Mundhygiene auch Rauchen, hormonelle Schwankungen (z. B. in der Schwangerschaft) und ein geschwächtes Immunsystem. Im Gegensatz zum Abszess treten hier oft keine starken Schmerzen auf, was die Erkrankung leicht übersehbar macht. In fortgeschrittenen Stadien kann es zu Zahnfleischrückgang, Mundgeruch und lockeren Zähnen kommen.

Probleme mit Weisheitszähnen

Weisheitszähne können ebenfalls erhebliche Beschwerden verursachen. Perikoronitis beschreibt die Entzündung des Zahnfleischgewebes um einen teilweise durchgebrochenen Weisheitszahn. Bei etwa 80 von 100 jungen Erwachsenen bleibt mindestens ein Weisheitszahn im Kiefer stecken, ohne vollständig durchzubrechen. Dabei bildet sich oft eine Zahnfleischfalte (Operculum), in der sich Bakterien und Essensreste ansammeln.

Die Schmerzen sind meist auf den hinteren Kieferbereich begrenzt. Typische Symptome sind starke Schmerzen beim Kauen oder Schlucken, begleitet von einer Kieferklemme (eingeschränkte Mundöffnung). Anders als bei einer allgemeinen Zahnfleischentzündung ist die Schwellung hier lokal und oft mit einer Rötung rund um den betroffenen Zahn sichtbar.

Merkmal Zahnabszess Zahnfleischentzündung Weisheitszahn-Problem
Schmerzart Intensiv, pochend, plötzlich Mild oder schmerzfrei Stark, beim Schlucken schlimmer
Sichtbare Zeichen Eitergefüllte Beule Gerötetes, blutendes Zahnfleisch Geschwollene Zahnfleischfalte hinten
Lokalisation Überall am Zahnfleisch möglich Meist mehrere Zähne betroffen Nur hintere Backenzähne
Besondere Symptome Bitterer Geschmack, Fieber Zahnfleischrückgang, Mundgeruch Kieferklemme, Schluckbeschwerden
Betroffene Altersgruppe 30–40 Jahre Alle Altersgruppen 20–29 Jahre

4. Hausmittel zur vorübergehenden Linderung

Geschwollenes Zahnfleisch kann mit einfachen Hausmitteln vorübergehend beruhigt werden, bis eine zahnärztliche Behandlung möglich ist. Diese Methoden lindern die Beschwerden, beseitigen jedoch nicht die zugrunde liegende Ursache. Dr. med. dent. Frank Seidel, Facharzt für Oralchirurgie, erklärt:

„Hausmittel können nur Symptome lindern, während eine klinische Behandlung notwendig ist, um die Ursache zu beheben."

Hier sind einige Tipps, wie Sie mit alltäglichen Mitteln Erleichterung finden können.

Kalte Kompressen und Salzwasserspülungen

Kältebehandlung hilft, Schwellungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Wickeln Sie einen Eisbeutel oder ein kaltes, feuchtes Tuch in ein Handtuch und legen Sie es auf die betroffene Wange. 10 Minuten pro Stunde sind ausreichend. Eine Tüte Tiefkühlgemüse kann ebenfalls verwendet werden – achten Sie darauf, das Eis niemals direkt auf die Haut zu legen, um Kälteverbrennungen zu vermeiden.

Salzwasserspülungen sind eine bewährte Methode, um Entzündungen zu beruhigen. Lösen Sie einen Teelöffel Salz in einem Glas lauwarmem Wasser auf und spülen Sie den Mund gründlich aus, ohne die Lösung zu schlucken. Salzwasser wirkt antibakteriell und kann Schwellungen verringern. Ebenso hilfreich ist Kamillentee: Verwenden Sie abgekühlten Tee als Mundspülung oder legen Sie einen kalten Teebeutel direkt auf die betroffene Stelle.

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen können natürliche Wirkstoffe Entzündungen weiter lindern.

Natürliche entzündungshemmende Mittel

Nelkenöl (auch Gewürznelkenöl genannt) ist bekannt für seine schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Verdünnen Sie 2–3 Tropfen in einem Glas Wasser und spülen Sie damit vorsichtig den Mund aus. Achtung: Unverdünnt kann Nelkenöl die Schleimhäute reizen. Propolis, ein Bienenprodukt, hat antibiotische Eigenschaften und kann direkt auf das Zahnfleisch aufgetragen oder als verdünnte Lösung zum Spülen verwendet werden.

Ingwerwasser ist ein weiteres wirksames Mittel. Schneiden Sie frische Ingwerscheiben, übergießen Sie sie mit heißem Wasser und lassen Sie die Mischung abkühlen. Spülen Sie den Mund damit aus, um die entzündungshemmende Wirkung zu nutzen. Apfelessig, verdünnt in Wasser, regt den Speichelfluss an und wirkt antibakteriell. Verwenden Sie ihn jedoch sparsam, da die Säure den Zahnschmelz angreifen kann.

5. Zahnärztliche Behandlungsmöglichkeiten

Hausmittel können zwar kurzfristig helfen, doch nur eine professionelle Untersuchung und gezielte Behandlung durch einen Zahnarzt kann die genaue Ursache von Beschwerden wie geschwollenem Zahnfleisch klären und ernsthafte Folgen verhindern. Besonders bei einem Zahnabszess ist schnelles Handeln wichtig, da sich Bakterien sonst weiter ausbreiten können. Nach einer gründlichen Diagnose leitet der Zahnarzt die passenden Maßnahmen ein.

So wird die Diagnose gestellt

Zahnärzte nutzen verschiedene Methoden, um die Ursache der Beschwerden zu finden. Dazu gehören:

  • Visuelle Untersuchung: Der Zahnarzt achtet auf Anzeichen wie Rötungen, Schwellungen oder eitergefüllte Taschen.
  • Klopftest (Perkussion): Damit wird die Empfindlichkeit der Zähne geprüft.
  • Parodontalsonde: Die Tiefe der Zahnfleischtaschen wird gemessen. Werte über 3 mm deuten oft auf eine fortgeschrittene Entzündung hin.
  • Röntgenaufnahmen und Vitalitätstests: Diese helfen, Infektionsquellen, Knochenverlust und den Zustand des Zahninneren zu beurteilen.
  • CT-Scans: In schweren Fällen wird geprüft, ob sich die Infektion auf den Halsbereich ausgebreitet hat.

Behandlungsmethoden je nach Ursache

Die Wahl der Behandlung hängt von der Diagnose ab. Hier einige gängige Verfahren:

  • Gingivitis: Eine professionelle Zahnreinigung und verbesserte Mundhygiene genügen meist, um die Entzündung in den Griff zu bekommen.
  • Parodontitis: Bei fortgeschrittenen Fällen wird eine Tiefenreinigung (Scaling und Wurzelglättung) durchgeführt, um Bakterien unterhalb des Zahnfleischrandes zu entfernen. Bei starkem Knochenverlust kann eine Parodontalchirurgie notwendig sein, um tieferliegende Bereiche zu reinigen und den Knochen zu glätten.
  • Zahnabszess: Hier wird der Eiter durch einen kleinen Schnitt (Inzision und Drainage) abgelassen. Ist die Zahnwurzel betroffen, kann eine Wurzelkanalbehandlung den Zahn retten. Sollte der Zahn nicht mehr erhaltbar sein, wird er entfernt.
  • Weisheitszähne: Eingeklemmte Weisheitszähne, die Schwellungen verursachen, müssen oft chirurgisch entfernt werden.
  • Antibiotika: Diese werden bei schweren oder sich ausbreitenden Infektionen eingesetzt, ersetzen jedoch nicht die mechanische Reinigung oder das Ablassen des Eiters.
Behandlung Zweck Ursache
Scaling und Wurzelglättung Entfernung von Bakterien unter dem Zahnfleisch Leichte bis mittlere Parodontitis
Inzision und Drainage Abfluss von Eiter und Druckentlastung Akuter Abszess
Wurzelkanalbehandlung Entfernung infizierten Gewebes, Zahnerhalt Abszess an der Wurzelspitze
Parodontalchirurgie Reinigung tiefer Bereiche, Glättung des Knochens Fortgeschrittene Parodontitis
Zahnextraktion Entfernung der Infektionsquelle Nicht erhaltbarer Zahn oder Weisheitszahn

6. Vorbeugung: So halten Sie Ihr Zahnfleisch gesund

Zahnfleischprobleme lassen sich in vielen Fällen vermeiden. Statistiken zeigen, dass etwa 70 % der über 35-Jährigen Zahnfleischentzündungen erleben – eine Zahl, die durch konsequente Pflege deutlich gesenkt werden könnte. Wer regelmäßig auf seine Mundhygiene achtet und bestimmte Gewohnheiten anpasst, kann sein Zahnfleisch langfristig schützen. Eine gründliche und durchdachte Pflegeroutine ist dabei der Schlüssel. Hier erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Maßnahmen Ihr Zahnfleisch gesund halten können.

Tägliche Mundhygiene-Routine

Eine gute Mundhygiene beginnt bei den täglichen Gewohnheiten. Hier sind die wichtigsten Schritte:

  • Zähneputzen: Putzen Sie Ihre Zähne zweimal täglich für jeweils zwei Minuten. Verwenden Sie eine Zahnpasta mit 1.500 ppm Fluorid, um den Zahnschmelz zu stärken und Bakterienwachstum zu hemmen. Achten Sie auf die richtige Technik: Sanfte Rüttelbewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn hin sind effektiver und schonender als kreisende Bewegungen. So vermeiden Sie, dass Bakterien unter den Zahnfleischrand gedrückt werden.
  • Zahnzwischenräume reinigen: Da Zahnbürsten nur 60–70 % der Zahnoberflächen erreichen, ist die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume ein Muss. Interdentalbürstenund sind hier oft effektiver als Zahnseide, die nur bei sehr engen Zwischenräumen nötig ist. Führen Sie diese Reinigung vor dem Zähneputzen durch.
  • Zungenreinigung: Ein Zungenschaber entfernt bakterielle Beläge von der Zunge und trägt zur allgemeinen Mundgesundheit bei.
  • Regelmäßiger Wechsel der Zahnbürste: Tauschen Sie Ihre Zahnbürste oder den Bürstenkopf alle drei Monate aus. Abgenutzte Borsten reinigen schlechter und können das Zahnfleisch reizen.

Lebensstilfaktoren für gesunde Zähne

Neben der täglichen Pflege spielt der Lebensstil eine entscheidende Rolle für die Gesundheit Ihres Zahnfleisches.

  • Rauchen aufgeben: Rauchen ist einer der größten Risikofaktoren für Zahnfleischerkrankungen. Nikotin verengt die Blutgefässe im Zahnfleisch, wodurch die Durchblutung und die Regeneration des Gewebes beeinträchtigt werden. Raucher haben daher ein doppelt so hohes Risiko für Zahnabszesse.
  • Ernährung anpassen: Eine vitaminreiche Ernährung, insbesondere mit Vitamin C, unterstützt die Gesundheit des Zahnfleisches. Reduzieren Sie den Konsum von zucker- und säurehaltigen Getränken, da diese den Zahnschmelz schädigen können. Trinken Sie stattdessen viel Wasser, um den Speichelfluss anzuregen, der schädliche Bakterien im Mund neutralisiert.
  • Regelmäßige Kontrollbesuche: Besuchen Sie Ihren Zahnarzt alle 6 bis 12 Monate. Diese Termine ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Problemen und die Entfernung von Zahnstein. Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland übernimmt zweimal jährlich die Kontrolluntersuchung und einmal jährlich die Zahnsteinentfernung. Wenn Sie bereits Zahnfleischprobleme hatten, könnten häufigere professionelle Reinigungen – etwa alle drei bis sechs Monate – sinnvoll sein. Auch bei Erkrankungen wie Diabetes sollten Sie eng mit Ihrem Zahnarzt zusammenarbeiten, da diese Krankheiten oft mit der Zahnfleischgesundheit zusammenhängen.

Mit diesen einfachen, aber effektiven Maßnahmen können Sie Ihr Zahnfleisch nachhaltig schützen und Problemen vorbeugen. Ein gesunder Mund beginnt mit kleinen, aber konsequenten Schritten im Alltag.

7. Fazit

Geschwollenes Zahnfleisch kann verschiedene Ursachen haben – von einem Abszess über Entzündungen bis hin zu Problemen mit Weisheitszähnen. Eines ist sicher: Die Ursache verschwindet nicht von allein. Auch wenn die Schmerzen nachlassen, heißt das nicht, dass die Infektion geheilt ist. Sie kann weiterhin Gewebe schädigen und sich ausbreiten.

Warnsignale, die Sie ernst nehmen sollten: Starke, ausstrahlende Schmerzen, ungewöhnliche Schwellungen, schlechter Geschmack im Mund oder Fieber ab 38 °C. Diese Symptome erfordern eine schnelle Untersuchung durch einen Zahnarzt. Bei Atemproblemen, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Schwellungen, die sich bis zum Auge oder Hals ausdehnen, sollten Sie umgehend die Notaufnahme aufsuchen oder den Notruf 112 wählen.

Die gute Nachricht: Viele Zahnfleischprobleme lassen sich durch einfache Maßnahmen vermeiden. Dazu gehören:

  • Zweimal täglich zwei Minuten Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta
  • Tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche alle 6 bis 12 Monate
  • Verzicht auf Rauchen, da es das Risiko für Zahnabszesse verdoppelt

Eine konsequente Mundpflege und rechtzeitige Behandlung können Beschwerden oft verhindern.

Wichtig: Öffnen oder drücken Sie niemals selbst einen Abszess. Das kann die Infektion verschlimmern und möglicherweise in den Blutkreislauf treiben. Salzwasserspülungen und Schmerzmittel wie Ibuprofen können vorübergehend helfen, ersetzen aber keinen Zahnarztbesuch. Schnelles Handeln ist entscheidend, um Zähne und allgemeine Gesundheit zu schützen.

8. Häufig gestellte Fragen

Ein Abszess im Zahnfleisch zeigt sich oft durch eine schmerzhafte, gerötete und geschwollene Beule. Typische Symptome sind starke, pochende Schmerzen, die bis in die Wange, das Ohr oder den Nacken ausstrahlen können. Dazu kommen meist eine zunehmende Schwellung und Rötung. Ein weiteres Anzeichen kann ein unangenehmer Geschmack im Mund oder schlechter Atem sein – ein Hinweis darauf, dass sich Eiter gebildet hat.

Falls Fieber, Schluckbeschwerden oder eine stark zunehmende Schwellung auftreten, sollten Sie unverzüglich einen Zahnarzt aufsuchen. Diese Symptome können auf einen Notfall hindeuten. Eine schnelle Behandlung ist entscheidend, um die Infektion einzudämmen und schwerwiegende Folgen zu verhindern.

Bei geschwollenem Zahnfleisch können einige einfache Hausmittel helfen, die Beschwerden zu lindern – zumindest vorübergehend, solange kein akuter zahnärztlicher Notfall besteht.

Salzwasserlösung: Das Spülen mit einer milden Salzwasserlösung (1 Teelöffel Salz in einem Glas warmem Wasser) kann dabei unterstützen, Bakterien zu reduzieren und die Entzündung zu beruhigen. Es ist eine einfache Methode, die oft schnell Erleichterung verschafft.

Kamillentee: Abgekühlter Kamillentee eignet sich ebenfalls gut zum Spülen. Die entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften der Kamille können das gereizte Zahnfleisch entspannen.

Kalter Umschlag oder Eisbeutel: Ein kalter Umschlag oder ein Eisbeutel, der von außen auf die betroffene Stelle aufgelegt wird, kann Schwellungen reduzieren und Schmerzen lindern. Achten Sie darauf, den Eisbeutel in ein Tuch zu wickeln, um Hautreizungen zu vermeiden.

Zusätzlich ist es wichtig, auf eine sanfte Mundhygiene zu achten. Vermeiden Sie aggressive Putztechniken oder harte Zahnbürsten, um das Zahnfleisch nicht weiter zu reizen.

Diese Maßnahmen können zwar vorübergehend helfen, ersetzen jedoch keinesfalls den Gang zum Zahnarzt. Sollten Symptome wie starke Schwellungen, Fieber oder Schluckbeschwerden auftreten, ist eine professionelle Untersuchung dringend erforderlich.

Ein Zahnarztbesuch ist dringend nötig, wenn geschwollenes Zahnfleisch von starken Schmerzen, Fieber, Schluckbeschwerden oder einer deutlichen Schwellung begleitet wird. Diese Anzeichen könnten auf eine ernste Infektion wie einen Abszess hinweisen, die umgehend behandelt werden muss.

Auch bei weniger ausgepräagten Beschwerden ist es ratsam, den Zahnarzt aufzusuchen. So können die Ursachen geklärt und mögliche Komplikationen frühzeitig vermieden werden. Der Zahnarzt wird die Situation genau beurteilen und eine geeignete Behandlung einleiten.

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