4. Behandlungsmöglichkeiten: Füllung, Krone oder Ziehen?
Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Karies und dem Alter des Kindes. Der Zahnarzt wählt die schonendste Methode, die den Milchzahn möglichst lange erhält.
Fluoridierung im Frühstadium
Sind nur Kreideflecken sichtbar und der Zahnschmelz noch intakt, kann eine Fluoridlack-Behandlung den Mineralverlust stoppen. Der Zahnarzt trägt einen konzentrierten Fluoridlack auf die betroffenen Stellen auf. Diese Behandlung ist schmerzfrei und erfordert kein Bohren.
Füllungen bei Milchzähnen
Hat die Karies den Zahnschmelz durchbrochen, ist eine Füllung notwendig. Bei Kindern unter 15 Jahren darf kein Amalgam mehr verwendet werden. Stattdessen setzt der Zahnarzt Kompositfüllungen (Kunststoff) oder Zement ein. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt diese Kosten vollständig.
Kinderkronen bei stark geschädigten Zähnen
Wenn die Karies den Milchzahn großflächig zerstört hat, reicht eine einfache Füllung oft nicht mehr aus. In diesem Fall kommen vorgefertigte Kinderkronen zum Einsatz. Stahlkronen sind eine Kassenleistung und schützen den Zahn bis zu seinem natürlichen Ausfall. Ästhetisch ansprechendere Varianten aus Kunststoff oder Keramik sind Privatleistungen.
Extraktion als letzter Schritt
Ist ein Milchzahn so stark zerstört, dass er nicht mehr erhalten werden kann, muss der Zahnarzt ihn ziehen. Damit die Nachbarzähne nicht in die entstandene Lücke wandern, setzt der Zahnarzt in vielen Fällen einen Lückenhalter ein. Dieser sichert den Platz für den nachrückenden bleibenden Zahn und verhindert spätere Zahnfehlstellungen.
Kindgerechte Betäubung
Für schmerzhafte Eingriffe stehen verschiedene Betäubungsmethoden zur Verfügung. Vor der örtlichen Betäubung wird ein Oberflächenanästhetikum aufgetragen, damit das Kind den Einstich kaum spürt. Ergänzend oder alternativ kann eine Lachgas-Sedierung eingesetzt werden, die beruhigend und leicht schmerzlindernd wirkt. Bei umfangreichen Sanierungen kommt in Ausnahmefällen eine Vollnarkose in Betracht.