2. Wann ist eine Weisheitszahn-OP notwendig?
Nicht jeder Weisheitszahn muss entfernt werden. Ob ein Eingriff nötig ist, hängt davon ab, ob akute Beschwerden bestehen, zukünftige Probleme zu erwarten sind oder die Zähne gesund und funktionsfähig bleiben können. Hier ein Überblick über dringende Gründe, präventive Maßnahmen und Situationen, in denen die Zähne erhalten bleiben können.
Medizinische Notfälle, die eine OP erfordern
Eine sofortige Entfernung ist ratsam, wenn akute Entzündungen, Infektionen oder starke Schmerzen auftreten. Typische Warnzeichen sind Fieber über 38,8 Grad Celsius, eitrige Schwellungen, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Schmerzen, die nicht auf Medikamente ansprechen. Häufig steckt dahinter eine Pericoronitis - eine schmerzhafte Zahnfleischentzündung, bei der sich Bakterien unter einer Zahnfleischkappe ansammeln, die einen teilweise durchgebrochenen Weisheitszahn bedeckt.
Dringend erforderlich ist eine OP auch bei Zysten oder Tumoren, die sich um impaktierte Zähne bilden und Kieferknochen, Nerven oder benachbarte Zahnwurzeln schädigen können. Ebenso kann fortgeschrittene, schwer behandelbare Karies eine Extraktion notwendig machen. Kollidiert ein Weisheitszahn mit dem zweiten Backenzahn, können Schäden wie Wurzelverletzungen oder Karies am Nachbarzahn entstehen.
Nicht dringende Gründe für eine OP
Viele Zahnärzte empfehlen eine vorsorgliche Entfernung, wenn Röntgenbilder zeigen, dass ein Zahn schief wächst, seitlich liegt oder gegen andere Zähne drückt. Solche Fehlstellungen können langfristig zu Verschiebungen der Zahnstellung oder Platzproblemen führen.
"In many cases, dentists recommend wisdom teeth extraction as a preventive measure... even if you don't have any symptoms." - Cleveland Clinic
Ein weiterer Grund für eine präventive Entfernung ist mäßiger Kariesbefall. Auch wenn dieser behandelbar wäre, erschwert die ungünstige Lage oft die regelmäßige Pflege und Kontrolle. Um zukünftige Komplikationen zu vermeiden, wird oft zur OP geraten. Die beste Zeit für eine solche Untersuchung liegt zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr, da die Wurzeln in diesem Alter noch nicht vollständig ausgebildet sind und der Eingriff meist unkomplizierter ist.
Wann Weisheitszähne bleiben können
Es gibt auch Fälle, in denen Weisheitszähne erhalten bleiben können. Das ist der Fall, wenn sie gesund, vollständig durchgebrochen, korrekt positioniert und gut zu reinigen sind. Auch Zähne, die vollständig im Kieferknochen eingeschlossen sind, keine Beschwerden verursachen und keine benachbarten Zähne gefährden, können oft belassen werden.
Manchmal dienen Weisheitszähne sogar als Ersatz für fehlende oder stark beschädigte Backenzähne - vorausgesetzt, sie sind gut zugänglich für Zahnbürste und Zahnseide, um eine angemessene Mundhygiene zu gewährleisten. Ab dem 25. Lebensjahr wird oft empfohlen, Weisheitszähne nur bei konkreten Symptomen oder Erkrankungen zu entfernen und nicht mehr vorsorglich. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, einschließlich Röntgenaufnahmen, helfen dabei, mögliche späte Probleme wie Karies oder Zahnfleischerkrankungen rechtzeitig zu erkennen.