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Zahnersatz Laborkosten: Was Sie wirklich zahlen Preise verstehen, gezielt vergleichen

Laborkosten machen 40 bis 60 Prozent der Gesamtkosten aus – mit Preisunterschieden von bis zu 40 Prozent je Labor.

Das Wichtigste in Kürze

  • check Laborkosten machen beim Zahnersatz 40 bis 60 Prozent der Gesamtkosten aus und sind der größte Einzelposten.
  • check Die Abrechnung erfolgt über das BEL II für die Regelversorgung oder die BEB mit frei kalkulierbaren Preisen.
  • check Die Krankenkasse übernimmt einen Festzuschuss von 60 Prozent der Regelversorgung, mit Bonusheft bis zu 75 Prozent.
  • check Auslandslabore sind 30 bis 50 Prozent günstiger als deutsche Labore – bei vergleichbarer Qualität.
  • check Eine Zahnzusatzversicherung erstattet bis zu 100 Prozent und senkt den Eigenanteil bei Laborkosten deutlich.
Zahnersatz Laborkosten: Was Sie wirklich zahlen
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Inhaltsverzeichnis

1. Warum sind Laborkosten beim Zahnersatz so hoch?

Die Laborkosten bilden den größten Kostenblock beim Zahnersatz. Das liegt daran, dass jede Krone, Brücke oder Prothese ein Einzelstück ist, das ein Zahntechniker individuell anfertigt. Anders als bei industriell gefertigten Produkten erfordert die Herstellung von Zahnersatz Präzisionsarbeit auf den hundertstel Millimeter genau.

Ein wesentlicher Kostentreiber sind die verwendeten Materialien. Hochleistungskeramik, Zirkonoxid oder Goldlegierungen haben ihren Preis. Hinzu kommt der Zeitaufwand: Für eine einzelne Vollkeramikkrone arbeitet ein Zahntechniker mehrere Stunden. Bei einer implantatgetragenen Brücke können es zehn Stunden und mehr sein.

Ein oft unterschätzter Faktor sind die Preisunterschiede zwischen den Laboren. Je nach Standort, Ausstattung und Spezialisierung variieren die Laborkosten für die gleiche Leistung um bis zu 40 Prozent. In Großstädten sind die Preise tendenziell höher als in ländlichen Regionen. Auch zwischen deutschen und ausländischen Laboren bestehen erhebliche Unterschiede.

2. Wie setzen sich die Laborkosten zusammen?

Die Laborkosten setzen sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen: den Arbeitskosten des Zahntechnikers und den Materialkosten. Das Verhältnis liegt in der Regel bei etwa 60 Prozent Arbeitskosten und 40 Prozent Materialkosten, wobei dies je nach Versorgungsart schwankt.

BEL II und BEB: Die zwei Abrechnungssysteme

In Deutschland gibt es zwei Abrechnungssysteme für zahntechnische Leistungen. Welches zum Einsatz kommt, hängt davon ab, ob es sich um eine Regelversorgung oder eine private Leistung handelt.

  • BEL II (Bundeseinheitliches Leistungsverzeichnis): Gilt für die Regelversorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Preise für die einzelnen Arbeitsschritte sind bundesweit festgelegt. Der Zahntechniker hat bei der Abrechnung keinen Spielraum nach oben.
  • BEB (Bundeseinheitliche Benennungsliste): Gilt für andersartige und private Leistungen, also alles über die Regelversorgung hinaus. Die Preise sind frei kalkulierbar, was die großen Unterschiede zwischen den Laboren erklärt.

Materialkosten im Detail

Die Materialkosten variieren je nach Werkstoff erheblich. Einfache Nichtedelmetall-Legierungen (NEM) für die Regelversorgung sind deutlich günstiger als Hochleistungskeramik oder Zirkonoxid. Goldlegierungen sind wegen des schwankenden Goldpreises besonders variabel. Die Materialwahl beeinflusst nicht nur den Preis, sondern auch die Haltbarkeit und Ästhetik des Zahnersatzes.

  • Nichtedelmetall (NEM): Günstigstes Material für die Regelversorgung, funktionell solide, aber ästhetisch eingeschränkt.
  • Edelmetall-Legierung: Hochwertig und gut verträglich, Preis abhängig vom aktuellen Goldkurs.
  • Keramik/Zirkonoxid: Höchste Ästhetik und Biokompatibilität, aber auch die höchsten Materialkosten.

3. Laborkosten nach Zahnersatz-Art im Überblick

Die Laborkosten unterscheiden sich je nach Art des Zahnersatzes erheblich. Die folgenden Angaben beziehen sich auf den reinen Laboranteil, ohne das Zahnarzthonorar und die Praxiskosten.

Zahnkrone

Bei einer Zahnkrone machen die Laborkosten etwa die Hälfte der Gesamtkosten aus. Der Preis hängt vor allem vom gewählten Material ab.

  • Metallkrone (Regelversorgung): 100 bis 150 Euro Laborkosten
  • Verblendkrone (Metall mit Keramik): 180 bis 300 Euro Laborkosten
  • Vollkeramik- oder Zirkonkrone: 250 bis 400 Euro Laborkosten

Zahnbrücke

Bei einer Brücke multiplizieren sich die Laborkosten mit der Anzahl der Glieder. Eine dreigliedrige Brücke erfordert die Fertigung von drei einzelnen Elementen, die präzise zusammengefügt werden.

  • Dreigliedrige Metallbrücke: 300 bis 450 Euro Laborkosten
  • Dreigliedrige Keramikbrücke: 500 bis 800 Euro Laborkosten

Zahnprothese

Prothesen erfordern aufwändige Laborarbeit, insbesondere bei der Aufstellung der Zähne und der Anpassung an den Kiefer.

  • Teilprothese (Modellguss): 200 bis 600 Euro Laborkosten
  • Totalprothese (ein Kiefer): 300 bis 800 Euro Laborkosten

Implantatversorgung

Bei einer Implantatversorgung kommen zu den üblichen Laborkosten für die Krone noch spezielle Aufbauten (Abutments) hinzu, die individuell gefertigt werden.

  • Implantat-Krone (inkl. Abutment): 300 bis 500 Euro Laborkosten
  • Implantatgetragene Brücke: 800 bis 1.500 Euro Laborkosten
Zahnersatz-Art Laborkosten Anteil an Gesamtkosten
Metallkrone 100 – 150 Euro ca. 40 %
Vollkeramikkrone 250 – 400 Euro ca. 50 %
Brücke (3-gliedrig) 300 – 800 Euro ca. 45 %
Teilprothese 200 – 600 Euro ca. 50 %
Totalprothese 300 – 800 Euro ca. 55 %
Implantat-Krone 300 – 500 Euro ca. 20 %

4. Was zahlt die Krankenkasse für Laborkosten?

Die gesetzliche Krankenversicherung unterscheidet nicht zwischen Laborkosten und Zahnarzthonorar. Sie zahlt einen pauschalen Festzuschuss, der sich an der Regelversorgung orientiert. In diesem Festzuschuss sind die Laborkosten für die Regelversorgung bereits enthalten.

Festzuschuss und Bonusheft

Der Festzuschuss beträgt 60 Prozent der Regelversorgung. Mit einem regelmäßig geführten Bonusheft erhöht sich der Zuschuss stufenweise.

  • Ohne Bonusheft: 60 Prozent der Regelversorgung als Festzuschuss
  • Nach 5 Jahren Bonusheft: 70 Prozent der Regelversorgung
  • Nach 10 Jahren Bonusheft: 75 Prozent der Regelversorgung

Regelversorgung vs. andersartiger Zahnersatz

Bei der Regelversorgung werden die Laborkosten nach dem BEL II abgerechnet – die Preise sind festgelegt. Entscheiden Sie sich für eine hochwertigere Versorgung, etwa eine Vollkeramikkrone statt einer Metallkrone, rechnet das Labor nach der BEB ab. Die Mehrkosten für Material und Arbeitszeit tragen Sie selbst. Der Festzuschuss der Kasse bleibt unverändert.

5. So können Sie bei Laborkosten sparen

Da die Laborkosten den größten Anteil an den Gesamtkosten ausmachen, liegt hier auch das größte Einsparpotenzial. Mit den folgenden Strategien können Sie Ihren Eigenanteil reduzieren.

Heil- und Kostenplan genau prüfen

Im Heil- und Kostenplan sind die Laborkosten separat ausgewiesen. Vergleichen Sie die einzelnen Positionen und fragen Sie Ihren Zahnarzt, ob ein anderes Labor mit günstigeren Preisen infrage kommt. Sie haben das Recht, den Heil- und Kostenplan mit nach Hause zu nehmen und in Ruhe zu prüfen.

Preisvergleich zwischen Laboren

Die Preisunterschiede zwischen zahntechnischen Laboren betragen bis zu 40 Prozent. Bitten Sie Ihren Zahnarzt um einen Vergleichskostenplan mit einem anderen Labor. Manche Zahnärzte arbeiten mit mehreren Laboren zusammen und können Ihnen verschiedene Preiskategorien anbieten.

Deutsches Labor vs. Auslandslabor

Zahnersatz aus dem Ausland, etwa aus China oder der Türkei, ist 30 bis 50 Prozent günstiger als aus deutschen Laboren. Die Qualität kann dabei durchaus vergleichbar sein, sofern zertifizierte Labore zum Einsatz kommen. Bedenken Sie jedoch, dass Nachbesserungen bei Auslandslaboren aufwändiger sind und der Zahnarzt für die Qualitätskontrolle verantwortlich bleibt.

Zahnzusatzversicherung nutzen

Eine Zahnzusatzversicherung erstattet je nach Tarif 80 bis 100 Prozent der Gesamtkosten für Zahnersatz – inklusive der Laborkosten. Gerade bei hochwertigen Versorgungen wie Implantaten oder Vollkeramik-Brücken kann die Ersparnis durch eine Zusatzversicherung mehrere hundert Euro betragen.

6. Fazit

Laborkosten sind beim Zahnersatz der größte Einzelposten und bieten zugleich das größte Einsparpotenzial. Durch einen gezielten Preisvergleich zwischen Laboren, die Prüfung des Heil- und Kostenplans und eine Zahnzusatzversicherung können Sie Ihren Eigenanteil deutlich reduzieren. Fordern Sie immer ein Vergleichsangebot an und entscheiden Sie erst dann, welches Labor und welches Material für Ihre Versorgung zum Einsatz kommen soll.

7. Häufige Fragen zu Laborkosten beim Zahnersatz

Die Gesamtkosten für Zahnersatz bestehen aus drei Komponenten: dem Zahnarzthonorar, den Laborkosten und den Materialkosten. Die Laborkosten machen dabei 40 bis 60 Prozent aus. Das Zahnarzthonorar wird nach der GOZ abgerechnet, die Laborkosten nach dem BEL II oder der BEB.
BEL II steht für Bundeseinheitliches Leistungsverzeichnis und regelt die Laborpreise für die Regelversorgung mit festgelegten Sätzen. BEB steht für Bundeseinheitliche Benennungsliste und gilt für private oder andersartige Leistungen. Bei der BEB kann das Labor die Preise frei kalkulieren.
Grundsätzlich wählt Ihr Zahnarzt das Labor aus, da er für die Qualität des Zahnersatzes haftet. Sie können jedoch Ihren Zahnarzt bitten, ein günstigeres Labor zu nutzen oder ein Vergleichsangebot einzuholen. Einige Zahnärzte arbeiten mit mehreren Laboren zusammen und bieten verschiedene Preiskategorien an.
Die Laborkosten machen je nach Art des Zahnersatzes 40 bis 60 Prozent der Gesamtkosten aus. Bei einer Vollkeramikkrone liegt der Laboranteil bei etwa 50 Prozent, bei einer Totalprothese bei etwa 55 Prozent. Nur bei Implantaten ist der Anteil mit etwa 20 Prozent geringer, weil der Implantatkörper separat berechnet wird.
Ja, eine Zahnzusatzversicherung erstattet die Laborkosten als Teil der Gesamtkosten für Zahnersatz. Top-Tarife übernehmen 80 bis 100 Prozent der Gesamtrechnung inklusive aller Laborleistungen. Achten Sie beim Tarifvergleich darauf, dass keine Begrenzung auf die Regelversorgung besteht.
Die Preisunterschiede von bis zu 40 Prozent haben mehrere Ursachen: unterschiedliche Standortkosten, Lohnniveaus der Zahntechniker, eingesetzte Technologien und Materialqualitäten. Auslandslabore sind 30 bis 50 Prozent günstiger, weil die Personalkosten dort niedriger sind. Bei der BEB-Abrechnung gibt es zudem keine Preisobergrenze.
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